Mikroplastik in Kosmetik

Media

Am 6. Mai 2017 informierten wir im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages über umweltschädliche Mikrokunststoffe in Kosmetik am Beispiel von Drei Wetter Taft, einer Schwarzkopf-Marke der deutschen Firma Henkel. Neben einer knapp zwei Meter großen Persiflage einer Drei-Wetter-Taft-Werbung und einem Infostand führten wir eine Straßenumfrage zum Thema durch. Die Ergebnisse werden an die Firma Henkel weitergeben.

Henkel hat sich verpflichtet, seine angeblich führende Rolle im Bereich Nachhaltigkeit stetig auszubauen und seinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Mit diesem Anspruch sollte der Konzern in der Lage sein, umweltfreundliche Produkte herzustellen – aber noch immer gelangen Mikrokunststoffe aus Haarspray, -gel und -kur über das Abwasser in die Umwelt und belasten die Meere.

In Henkels Drei-Wetter-Taft-Produkten, wie beispielsweise der Serien Classic und Power Express, finden sich flüssige, gel- und wachsartige Kunststoffe wie zum Beispiel Acrylates Copolymer, PEG, PPG, Cyclo- und Dimethicone oder auch Polyquaternium. Es ist nicht sicher, dass diese Kunststoffe in der Umwelt unbedenklich sind und dürfen deshalb nicht eingesetzt werden.

Umweltministerium setzt auf Industriedeal mit Henkel, Beiersdorf und Co.

Am Informationsstand konnten die Passanten zudem eine Protestpostkarte an Umweltministerin Hendricks unterschreiben und ein umfassendes gesetzliches Verbot von Plastik in Kosmetik fordern. Denn: Mikrokunststoffe in Kosmetik sind ein Problem aller konventionellen Hersteller, doch die Politik unternimmt zu wenig, um die unnötige Umweltverschmutzung zu beenden. Stattdessen vertraut die Regierung auf den ‚Kosmetikdialog‘. Dieser sieht eine freiwillige Selbstverpflichtung der Hersteller vor, bis zum Jahr 2020 aus Mikroplastik auszusteigen. Doch weil Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die Hersteller selbst entscheiden lässt, auf welche Kunststoffe sie verzichten wollen, ist das Abkommen ungenügend.

Erst kürzlich enthüllte Greenpeace mit einem Herstellercheck, dass alle deutschen Produzenten weiterhin Kunststoffe einsetzen, sich aber Mikroplastik-frei nennen. Die Umweltministerin lässt der Branche scheunentorgroße Hintertüren offen. Die Selbstverpflichtung der Industrie ist eine Verbrauchertäuschung. Wir brauchen deshalb ein umfassendes Verbot von Mikrokunststoffen in Kosmetik!

Weiterführende Links

Artikel in "Neue Presse"